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Diese Woche wird in Hamburg der Mietenspiegel veröffentlicht. Grund genug für viele HamburgerInngen sich gegen die mit der Veröffentlichung der ortsüblichen Vergleichsmieten verknüpften "Mietenanpassungen" zu wehren. Als vorläufiger Höhepunkt fand am letzten Samstag, dem 29.10.11, unter dem Titel "Mietenwahnsinn stoppen - Wohnraum vergesellschaften" eine Demonstration mit ca. 7500 TeilnehmerInnen statt, zu der viele verschiedene Organisationen und Gruppen aufgerufen hatten.
Vom Treffpunkt am Millerntorplatz ging es nach der Auftaktkundgebung gegen 14 Uhr Richtung Astra-Turm und Bernhard-Nocht-Quartier, über Reeperbahn und Karolinenviertel bis ins Zentrum Altonas. Auf der ohnehin schon sehr lang gewählten Strecke kam es durch ständige Polizei-Angriffe zu weiteren Verzögerungen, sodass nach etwa 4 Stunden noch ca. 3000 DemonstrantInnen den Endkundgebungsort am Alma-Wartenberg-Platz erreichten.
Trotz der sehr langen Route war die Stimmung der Demo in weiten Teilen entschlossen und laut. Durch zahlreiche Soliaktionen am Rande der Demo von durch Umstrukturierung und Repression betroffenen Hausprojekten und Initiativen wurde die Stimmung in der Demonstration vielfach angeregt.
Aufgrund eines Angriffes auf das SPD Parteibüro in St. Pauli aus dem Demonstrationszug heraus, bei dem dieses mit Farbe eingedeckt und ein Auto beschädigt wurde, gab es vorallem im antikapitalistischen Block vermehrte Auseinandersetztungen mit der Polizei, die immerwieder versuchte, einzelne Personen herauszugreifen und festzunehmen oder den Block aus der Demo herauszutrennen. Diesen Spaltungsversuchen begegnete der Demonstrationszug immer wieder konsequent, indem er dicht zusammenblieb.
Wir bewerten das aktionsformenübergreifende solidarische Verhalten der DemonstationsteilnehmerInnen und die Abwendung von einer Spaltung in "friedlichen" und "militaten" Protest als sehr positiv.
Als Novum erlebten viele unorganisierte HamburgerInnen das Konzept der "Stadtteiltreffpunkte". Sie sollten als Anlaufpunkte im eigenen Viertel eine gemeinsamme Vorberteitung, Anreise und Teilnahme ermöglichen und wurden vielerorts von den Stadtteilversammlungen initiiert.
Trotz der kraftvollen Demonstration steht außerfrage, dass die Stadt Hamburg und ihr Senat sich nicht auf die Forderungen nach der Vergesellschaftung von Wohnraum einlassen werden und können: Denn diese vertreten nicht unsere Interessen, sondern zementieren vielmehr ein System, dass das Schachern von Immobilien zugunsten Weniger höchst profitabel macht. Nur mit einem kontinuierlichen und solidarischen Kampf besteht die Möglichkeit die herrschenden Verhältnisse zu unseren Gunsten zu kippen und mehr als Zugeständnisse zu erkämpfen. Das basisdemokratische Konzept der Stadtteilversammlungen kann hierfür einen Ausgangspunkt bieten.
In diesem Sinne: Mieten spiegeln Herrschaft – Scherben bringen Glück |