Kapitalismus? Nein Danke! PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 02. Juni 2011 um 10:12 Uhr

Vor 25 Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich in Tschernobyl ein katastrophaler atomarer Unfall. Dieser machte dem Märchen von der sicheren Energiequelle Atomkraft ein Ende.

Vorherige Unfälle in Atomkraftwerken, wie zum Beispiel 1957 in Windscale, heute Sellafield (UK), oder 1979 in Harrisburg (USA) erreichten nicht den Bekanntheitsgrad des Unfalls in Tschernobyl und führten nicht zum Stopp des massiven Ausbaus der Nutzung der Atomenergie. Trotz dieser Vorfälle gibt es heute, 25 Jahre nach dem Super-Gau in Tschernobyl, weltweit über 430 AKWs und über 100 weitere werden geplant, oder bereits gebaut. Jedes Einzelne davon produziert nicht nur hoch radioaktiven Müll, sondern stellt auch, durch die Möglichkeit eines Unfalls, eine ständige Bedrohung für die Menschheit und unsere Umwelt dar.

Immer noch fördern Regierungen weltweit den Ausbau der Risiko-Technologie Atomkraft, verschweigen der Bevölkerung mögliche Risiken und sichern so den Energiekonzernen Gewinne in Milliardenhöhe. Nicht länger darf die Bevölkerung widerspruchslos alles hinnehmen, was ihnen von der Regierung diktiert wird, es ist notwendig dem System klar seine Grenzen aufzuzeigen und deutlich zu machen, dass eine kleine Minderheit profitiert, während die große Masse der Bevölkerung unterdrückt und ausgebeutet wird und gesundheitlich Schaden nimmt.

In schrecklichem Ausmaß wird aktuell in Japan deutlich, was passiert, wenn die Risiko-Technologie Atomkraft mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem fusioniert. Der katastrophale Kontrollverlust über die Kernreaktoren in Fukushima, in Folge der Naturkatastrophen, hätte verhindert werden können, wenn die Betreiberfirma Tepco die ohnehin schon viel zu geringen gesetzlichen Sicherheitsstandards eingehalten hätte. So kam heraus, dass Tepco, zur Profitsteigerung, an der Notstromversorgung der AKWs sparte, was zu dem Stromausfall und der daraus folgenden Kettenreaktion in den AKWs führte, die letztlich in einer Kernschmelze und somit in der Verstrahlung weiter Landstriche Japans und der umliegenden Meere gipfelte. Die Folgen für die dort lebenden Menschen sind verheerend.

Dutzende ArbeiterInnen, die Tepco und die japanische Regierung zur Eindämmung der Atomkatastrophe in die zerstörten AKWs schickte, wurden massiv verstrahlt. Wohnen in der sich ausweitenden verstrahlten Zone, genau wie jeglicher Ackerbau und Fischfang sind nun massiv gesundheitsgefährdend. Zehntausende ehemalige Bewohner, des verstrahlten Gebiets sind bereits ihrer Existenz und ihrer Heimat beraubt und flüchten in Richtung der ebenso von Verstrahlung bedrohten Millionenmetropole Tokio.

 

AKWs spalten nicht nur Atome, sondern auch die Gesellschaft

Am 26. März 2011 demonstrierten deutschlandweit über 250.000 Menschen gegen die Atompolitik der deutschen Regierung und zeigten sich solidarisch mit der Bevölkerung Japans. Eine offensichtlich mit den aktuellen Ereignissen überforderte Regierung, veranlasste, aufgrund des Drucks der Bevölkerung, eine dreimonatige Stilllegung der sieben ältesten AKWs in Deutschland. Dass dieses Ablenkungsmanöver kein Umdenken in der Atompolitik bedeutete und lediglich Wahlkampf-Taktik war, bestätigte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle bei einem eigentlich geheimen Treffen mit deutschen Wirtschaftsbossen im Vorfeld der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Einmal mehr wird somit deutlich, in welchem Ausmaß die Regierung geheime Absprachen mit der Wirtschaft trifft, um deren Interessern gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen. Dass Wahlen lediglich dazu dienen dem einzelnen Menschen ein Gefühl von Beteiligung und Demokratie zu geben, während die eigentlichen Entscheidungen in Gesprächen zwischen Wirtschaft und Regierung getroffen werden macht den Charakter dieses Systems deutlich.

Es kann nicht von Demokratie die Rede sein, wenn eine Mehrheit der Bevölkerung gegen Atomkraft ist und diese trotzdem von der Politik weiter gefördert wird. Der zunehmende, immer offensichtlicher werdende Widerspruch zwischen dem Willen der Bevölkerung und der aktuellen Politik zeigt sich nicht nur an der Atompolitik, sondern auch an Themen wie dem Afgahnistankrieg, Stuttgart 21 oder der unsozialen Sozial- und Gesundheitspolitik der Regierung.

Die Forderung nach einem System, dass auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist, kann jedoch nur im krassen Widerspruch zum kapitalistischen Wirtschaftssystem und der aktuellen Politik erkämpft werden, da die KapitalistInnen nicht freiwillig auf ihre Milliardenprofite und die PolitikerInnen genauso wenig auf ihre hohen Nebeneinkünfte, aus so genannten Zweitjobs in der Wirtschaft, verzichten werden. Die Kritik an der aktuellen Atompolitik kann somit nicht ohne eine Systemkritik auskommen, da die Ausbeutung der Menschen und der Umwelt, zugunsten der Profite der KapitalistInnen, der zentrale Sinn dieses Systems ist. Nur durch die internationale Solidarität mit Atom- und KapitalismusgegnerInnen, ist ein nachhaltiger Wandel möglich, weg vom Atomzeitalter, weg von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und weg vom kapitalistischen Wirtschaftssystem. Hin zu einem Wirtschaftssystem, dass auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist, damit in Zukunft die Energieerzeugung dem Wohl der Menschheit und nicht, wie bisher, dem Profitstreben der KapitalistInnen dient.

Im Gegensatz zu der Behauptung der Regierung und einigen PseudowissenschaftlerInnen wird die Reformierung des kapitalistischen Wirtschaftssystems zu keiner friedlichen und gerechten Welt führen, sondern die Missstände in der Welt sogar noch vergrößern.

 

Wenn Fischstäbchen zu Brennstäbchen werden

Unsere Kritik an der Nutzung der Atomkraft und ihren Folgen bleibt nicht an den deutschen Grenzen stehen, denn die atomare Verseuchung hält sich, genau wie die imperialistische Aggression der Industriestaaten, an keine Staatengrenzen. Die radioaktive Verseuchung, die von den zerstörten japanischen Reaktoren in Fukushima ausgeht, hat längst China, die USA, aber auch internationale Fischgründe erreicht. Daran wird deutlich, wie eng das Schicksal der Menschen weltweit zusammenhängt und das der internationale, gemeinsame Kampf gegen die Nutzung der Atomkraft und gegen ihre Profiteure notwendig ist.

Noch ist die Atomkraft nicht abgeschafft und jährlich produzieren Atomkraftwerke, fast ausschließlich in den Industriestaaten USA, Russland, China und den Staaten der EU tausende Tonnen Atommüll, während dessen Endlagerung immer noch ein quasi unlösbares Problem darstellt. Neben der jahrzehntelangen Praktik, den anfallenden Atommüll kostengünstig im Meer zu versenken, exportieren die imperialistischen Staaten ihren hochradioaktiven Atommüll in Länder der so genannten 3. Welt, wie zum Beispiel Somalia. In diesen, in Unterentwicklung gehaltenen Staaten wird die Bevölkerung massiv von diktatorischen Regimes, die mit den imperialistischen Industriestaaten verwachsen werden, unterdrückt und ausgebeutet.

Diese ohnehin schon, massiv von den imperialistischen Aggressionen getroffenen Staaten werden zusätzlich als billige Atommülldeponie genutzt. So kostet in Somalia die Lagerung einer Tonne Atommüll nur 2,5 $ pro Jahr, während dies im gleichen Zeitraum, in den Industriestaaten pro Tonne 250$ kostet.

Natürlich können für 2,5 $ nicht die, in den Industriestaaten geltenden Sicherheitsstandards erfüllt werden, so geschah es als Folge des Tsunamis 2009, dass in Somalia gelagerter europäischer und US-amerikanischer Atommüll von den Wellen mitgerissen und über die gesamte Pazifikküste verteilt wieder angespült wurde.

Diese abartige Praktik der imperialistischen Staaten, aufgrund von kostengünstiger Lagerung, Atommüll in 3. Welt Länder zu exportieren, kann nur dann beendet werden, wenn sich die Bevölkerung der imperialistischen Staaten mit den Menschen in den in Unterentwicklung gehaltenen Ländern solidarisiert und eine möglichst sichere Endlagerung des bisherigen Atommülls und die intensive Forschung nach erneuerbaren Energiequellen an die Stelle des Profits auf Kosten der Menschen tritt.

Die Kurzsichtigkeit bei der Nutzung der Risiko-Technologie Atomkraft ist ein Paradebeispiel für die Gefahren, die von dem kapitalistischen Wirtschaftssystem ausgehen. Solange es auf der Welt auch nur einen aktiven Atomreaktor gibt, ist die Gefahr einer atomaren Verseuchung von Mensch und Umwelt nicht gebannt.

Allerdings wird das Erreichen dieses Ziels, durch den enormen Einfluss der finanzstarken Atomlobby extrem erschwert, was die Notwendigkeit der internationale Solidarität mit Atom- und Kapitalismusgegner deutlich macht, damit wir gemeinsam die Macht der korrupten Staaten und Konzerne brechen.

 

Für dieses Ziel lohnt es sich zu kämpfen!

Lasst uns gemeinsam für ein Ende der Atomkraft und des Kapitalismus eintreten, sodass dieser nur noch als dunkler Fleck in der Geschichte der Menschheit Erwähnung findet.

 

Es gibt keine Alternative zur Revolution!

Für den Kommunismus!

Hier findet ihr den Flyer als PDF: AKW-Flyer.

 
 

Broschüren

Banner
Banner
Banner